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Änderungsantrag B1-Ä210-1

Veranstaltung: LDK Sachsen Januar 2014
Ursprungsantrag: Ökonomie, Ökologie und Gerechtigkeit zusammendenken
AntragsstellerIn: Michael Weichert (KV Leipzig)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 06.01.2014, 15:00 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 209 bis 252
Unternehmer braucht das Land
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen fördern eine Kultur unternehmerischen Denkens und Handelns. Bereits in der Schule sollten wirtschaftliche Zusammenhänge als fester Bestandteil der Lehrpläne erklärt und wirtschaftliches Handeln erprobt werden.
Als Partner von Gründerinnen und Gründern wollen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Zugang zu Gründungskapital erleichtern und eine langfristig angelegte Beratung junger Unternehmerinnen und Unternehmer sicherstellen. Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen, die den Start in die Selbstständigkeit wagen, wollen wir erfahrene Mentoren (sog. "Founding Angels") an die Seite stellen. Dies gilt nicht nur für technische Studiengänge, sondern auch für Vorhaben aus den Bereichen Kreativwirtschaft, Dienstleistungen und Soziales.
Viele gute Projekte scheitern nicht am Geld, sondern an den Folgen von Vereinzelung und fehlender Kommunikation der Unternehmerinnen und Unternehmer. Wir setzen uns deshalb für "Gründerwerkstätten" ein, Räume - egal ob im Technologiezentrum oder in einem Wächterhaus - zum Erfahrungsaustausch und zur gemeinsamen Arbeit, vor allem für die Startphase von Unternehmen.
Die Pflichtmitgliedschaft der Unternehmen in der IHK muss sich auch in anderen Tätigkeitsfeldern als der Wahrung des dualen Ausbildungssystems auszahlen. Den Kammern muss es gelingen, der Vielfalt von Interessen und Bedürfnissen der Unternehmen stärker Rechnung zu tragen. Außerdem müssen sich die Kammern demokratisieren und transparenter werden und ihren Mitgliedern mehr Einfluss auf Entscheidungen einräumen. Andernfalls muss das Modell der Pflichtmitgliedschaft grundsätzlich infrage gestellt werden.

Neue Förderpolitik
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen wollen Zukunftsbranchen und Projekte fördern, die für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts entscheidend sein werden. GRÜNE Wirtschaftspolitik macht Unternehmerinnen und Unternehmer stark, die sozial und ökologisch nachhaltig handeln und das Gemeinwohl im Blick haben. Die Zugänge zur Förderung müssen für alle Branchen fair und transparent sein. Ein geeignetes Mittel der Förderpolitik ist die Auflage revolvierender Fonds, die durch die Rückzahlungen erfolgreich geförderter Unternehmen aufgefüllt werden können. Neue oder spezifische Branchen wie die Kultur- und Kreativwirtschaft oder der Dienstleistungsbereich brauchen adäquate Hilfen beim Zugang zu Förderung. Die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner müssen über spezifische Qualifikationen in allen Branchen verfügen, auch in innovativen oder alternativen Wirtschaftsbereichen.
Viele sinnvolle Förderprogramme werden deshalb nicht in Anspruch genommen, weil sie zu bürokratisch und zu kompliziert in der Beantragung und Handhabung sind. Besonders kleine, mittelständische und Start-up-Unternehmen brauchen unbürokratische Förderung oder Hilfe bei der Antragstellung. Wir wollen, dass die EU-Förderprogramme innovative und Nachhaltigkeit fördernde Projekte unterstützt, dass die Verfahren vereinfacht und die Auszahlungsfristen für bereits bewilligte und abgerechnete Mittel auf maximal ein halbes Jahr begrenzt werden.
Es ist sinnvoll, sich vernetzende Unternehmen in Form einer Verbundprojekteförderung zu fördern. Dabei muss es aber die freie Wahl der Unternehmen bleiben, ob sie auf eigenes Wachstum setzen oder Clusterstrategien. GRÜNES Ziel ist es, Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf mehrere Schultern zu verteilen. Auch ganze Wertschöpfungsketten gemeinsam abzuschöpfen und regional in der Hand zu behalten, ist ein wichtiger Zweck von Vernetzung.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen Partner von Gründerinnen und Gründern sein. Dazu bedarf es leichterer Zugänge zu Gründungskapital, kompetenter Beratung, Lotsendiensten, einer guten Evaluation als langfristig angelegte Begleitung für junge Unternehmerinnen und Unternehmer und einer entschiedenen Entbürokratisierung. Eine enge Verzahnung von Hochschulen und Gründungsförderung ist entscheidend, um jungen Absolventinnen und Absolventen den Start in die Selbstständigkeit zu erleichtern. Dies darf nicht nur für technische Studiengänge gelten, sondern besonders auch für innovative Ideen aus den Bereichen Kreativwirtschaft, Dienstleistung und Soziales. Hierfür müssen alle öffentlichen Akteure zum Beispiel in der Sächsischen Aufbaubank spezielles Know-How auch für neue Branchen weiterentwickeln.

Begründung

Der Absatz "Unternehmer braucht das Land" ist der Versuch, die grüne Position zum Unternehmertum generell aufzuzeigen und gleichzeitig konkrete Vorschläge zu machen, die zu dessen Entwicklung beitragen können. Textabschnitte anderer Abschnitte wurden übernommen und an dieser Stelle zugeordnet.