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Änderungsantrag B3-Ä635-1

Veranstaltung: LDK Sachsen Januar 2014
Ursprungsantrag: Sachsens Energiewende: 100 Prozent erneuerbar, gerecht und sicher
AntragsstellerIn: Gerd Lippold (KV Leipzig Land)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 13.01.2014, 20:07 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 618 bis 637
Für einen intelligenten Netzausbau
Wir wollen intelligente Stromnetze („Smart Grids“) statt reiner Verteilnetze. Diese können den Stromfluss dahin lenken, wo er besonders benötigt wird und Schwankungen bei der Erzeugung durch erneuerbare Energien so ausgleichen. Smart Grids ermöglichen dezentrale Einspeisung und Speicherung und können Anreize bieten, die Nachfrage im Verteilnetz effizient anzupassen.
Deshalb fordern BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einen Landesplan „Stromnetz Sachsen 2020“. Wir wollen Erdkabel als Regelalternative zu Freileitungen fördern. In Natura-2000- und Naturschutzgebieten sowie in Nationalparks sollen vor dem Verlegen von Erdkabeln oder Freileitungen Alternativen- und Verträglichkeitsprüfungen erfolgen. Neue Stromtrassen sollten nach Möglichkeit mit anderen linienhaften Infrastruktureinrichtungen (z.B. Straßen, Schienen etc.) gebündelt werden. Bei Hochspannungsfreileitungen und Mittelspannungsmasten ist der Vogelschutz entsprechend sicherzustellen.
Das Erfassen, Schaffen und Bereitstellen von Speichermöglichkeiten für Strom und Wärme ist als Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge zu definieren.
Sachsen muss sich auf Bundesebene für eine faire Kostenverteilung beim innerdeutschen Netzausbau einsetzen.

Begründung

Begründung für Streichung des Satzes:
Die Speichermöglichkeiten für Strom und Wärme werden ein bedeutendes Segment der Energiewirtschaft im Zeitalter von 100% EE sein (und bereits ab etwa 40% EE werden). Es ist schwer vorstellbar, dass wir tatsächlich in großer Breite alle Kommunen damit beauftragen wollen, Energiewirtschaft zu spielen – mit öffentlichen Mitteln. Kommunen können nicht die Mittel im erforderlichen Ausmaß bereitstellen. Außerdem würde das zu Marktverzerrungen führen. Niemand kennt heute genau genug den in einigen Jahren notwendigen Bedarf an Speichern. Am ehesten kennen ihn noch die Akteure der Energiewirtschaft. Auf keinen Fall aber einzelne Kommunen.