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Änderungsantrag B5-Ä880-1

Veranstaltung: LDK Sachsen Januar 2014
Ursprungsantrag: Unterwegs in Sachsen: Stadtentwicklung, Infrastruktur und Mobilität in Stadt und Land
AntragsstellerIn: Grüne Jugend Sachsen
Status: Eingereicht
Eingereicht: 13.01.2014, 18:14 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 869 bis 896
Sachsentakt 21
Als Teil eines deutschlandweit notwendigen integralen Taktfahrplans wollen wir einen landesweiten integralen Taktfahrplan „Sachsentakt 21“ realisieren und mit den Nachbarländern verzahnen. Kern eines solchen Sachsentakts sind mindestens im Stundentakt verkehrende Züge, Fahrplanverdichtungen auf nachfragestarken Strecken, verbesserte Direktverbindungen sowie garantierte Anschlüsse mit kurzen Aufenthaltszeiten in den Umsteigeknoten. Dabei wollen wir eine kundenfreundliche ÖPNV-Anbindung sowohl in den städtischen Verdichtungsgebieten als auch im ländlichen Raum Sachsens sicherstellen. In einem ersten Schritt wollen wir die von der CDU/FDP-Koalition gekürzten Schienenverkehrsleistungen in den Tagesrandlagen, v.a. in den Abend- und Nachtstunden, wieder finanzieren und streben ein landesweites Nachtverkehrsnetz in den Wochenendnächten und vor Feiertagen unter Einbezug der S-Bahnen in den Verdichtungsräumen der Großstädte an. Mit dieser Qualitätssteigerung wollen wir die Zahl der Fahrgäste von Bus und Bahn in den nächsten zehn Jahren verdoppeln.
In einem ersten Schritt wollen wir einen einheitlichen sachsenweiten Tarif einführen, der nicht nur in Nahverkehrszügen, sondern von Tür zur Tür, also auch in Straßenbahnen, Bussen und auf Fähren gilt. Die Planung der Infrastruktur muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden: Heute werden viel zu oft isolierte Einzelprestigeobjekte gebaut und erst danach der Fahrplan gemacht. Wir treten für eine vorausschauende Infrastrukturpolitik ein, die zuerst eine sachsenweite Fahrplanoptimierung konzipiert. Danach soll passgenau die Infrastruktur entwickelt werden. Schwerpunkt eines solchen netzorientierten Ausbaus sind dabei für uns z.Bsp. die Wiederanbindung Südwestsachsens an den Fernverkehr, die Elektrifizierung der Strecke Dresden-Görlitz, die durchgehende Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale sowie der Ausbau der Strecke Görlitz-Cottbus.
Zur Durchsetzung der Fahrgastinteressen und für guten Service im Bahnangebot wollen wir eine sachsenweite unabhängige Beschwerdestelle für den Bahnverkehr einrichten.

Begründung

Eine neue Mobilitätskultur mit einem besseren SPNV ist Schlüsselprojekt der GRÜNEN JUGEND Sachsen in den anstehenden Wahlkämpfen. Volle Straßenbahnen und Busse belegen in den Großstädten die hohe Fahrgastnachfrage gerade in den Wochenendnächten (Fr/Sa und Sa/So) und vor Feiertagen. Als Antwort auf die außerordentlich steigenden Fahrgastzahlen im Freizeitverkehr nach Mitternacht sind zahlreiche deutsche Regionen dazu übergegangen, den regionalen Bahnbetrieb am Wochenende in den städtischen Nachtverkehr einzubetten. Zahlreiche deutsche Großstädte und Regionen haben einen 24-Stunden-Betrieb der S-Bahnen an Wochenenden eingeführt, so u.a. unter grüner Mitwirkung in der Regionsversammlung Hannover oder im Verband Region Stuttgart. Seit Dezember 2013 ist auch die S-Bahn in Leipzig/Halle an Wochenendnächten im Nachtbetrieb und in die städtischen Nachtverkehrsknoten eingebunden. Wir wollen die in Zeile 857f. beschriebene Rücknahme der Nahverkehrskürzungen vorrangig nutzen, um die gravierendsten Einschnitte wieder zu beheben: im Abend- und Nachtverkehr. Mit dem Aufbau eines öffentlichen Nachtverkehrs in die äußeren Stadtteile und über die Stadtgrenzen der Großstädte hinaus an Wochenendnächten wird der ÖPNV insbesondere für junge Menschen, aber nicht nur für diese, zu einer wirklichen Alternative zum Auto.