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Änderungsantrag C4-Ä1402-1

Veranstaltung: LDK Sachsen Januar 2014
Ursprungsantrag: Landwirtschaft im Einklang mit der Natur
AntragsstellerIn: Jürgen Kasek (KV Leipzig)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 14.01.2014, 18:48 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 1399 bis 1428
Ackerböden sind lebendige Ökosysteme, in denen eine Vielfalt von Organismen zusammen wirkt. Nur so kann sich der Boden selbst erneuern, nur so ist ein gesundes Wachstum von Pflanzen möglich. NachhaltigKonventionell genutzte Böden verlieren pro Jahr 1 bis 2 % ihres Humusgehaltes und laugen aus. Auch die voranschreitende Bodenerosion durch Wind und Wetter stellt ein Problem dar, dass wir durch ökologisch, nachhaltige Anbautechniken lösen wollen. Trotz aller Fortschritte bei der Verminderung der Überversorgung der Böden mit Stickstoff wird immer noch zuviel ausgebracht. Humusabbau einerseits und Überdüngung andererseits führt zu Eutrophierung der Böden, gefährdet die Artenvielfalt und das Grundwasser.
Um den Stickstoffeintrag zu vermindern wollen wir den Biolandbau stärken, Gewässerschutzstreifen festlegen, entlang von Naturschutzgebieten Schutzstreifen lassen und den Eintrag von Abwasser und Gülle aus Biogasanlagen begrenzen.
Nachhaltig
und langfristig verantwortbar ist daher nur der ökologische Landbau, weil nur er die Lebensfähigkeit des Bodens für die Zukunft sichert und auf Dauer ausreichend gesunde Nahrungsmittel erzeugen kann. In Sachsen werden derzeit nur vier Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. Während die sächsischen VerbraucherInnen immer mehr Bio-Produkte kaufen, kann deren Nachfrage bisher bei weitem nicht durch die regionale Produktion gedeckt werden. Mehr ökologisch bewirtschaftete Flächen sind sowohl durch Umstellen vorhandener Landwirtschaftsunternehmen auf ökologischen Landbau als auch durch Neugründung ökologisch wirtschaftender Betriebe möglich.
BÜNDNIS


BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN in Sachsen wollen die bäuerliche, ökologische Landwirtschaft unterstützen und fördern. Einseitig auf Leistungsmerkmale überzüchtete, genetisch besonders krankheitsanfällige Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen sind von synthetischen Düngern, Antibiotika und dem Einsatz von Pestiziden abhängig. Das Ziel „Klasse statt Masse“ muss bei der Züchtung und Auswahl der Sorten und Rassen ansetzen. Um den Artenreichtum in der Agrarflur zu fördern wollen wir Leitarten in Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden und Fachwissenschaftlern definieren.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen ermutigen zum Naturschutz in der Landwirtschaft. Wir wollen ein landesfinanziertes Naturschutz-Förderprogramm installieren, mit dem Maßnahmen flexibel, unbürokratisch und ohne Vorfinanzierung umgesetzt werden können. Wir wollen alle über die gegebenen EU-Kontrollen hinausgehenden zusätzlichen sächsischen bürokratischen Schikanen abschaffen.
Wir fordern verbandsunabhängige, qualifizierte Beratungsangebote für Fragen der ökologischen Erzeugung, Verarbeitung und Produktvermarktung für sächsische Betriebe. Das kann z. B. mithilfe der Errichtung eines Kompetenzzentrums Ökolandbau Sachsen geschehen.

Begründung

Die Überdüngung und Eutrophierung der Böden stellt ein schwerwiegendes Problem der Landwirtschaft dar und muss stärker als bislang thematisiert werden.
Hier zeigt sich das der Schutz von Boden in 2 unterschiedlichen Kapiteln nicht zielführend ist.


UnterstützerInnen

UnterstützerInnen:
Leonhard Kasek (KV Leipzig)