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Änderungsantrag D1-Ä1891-2

Veranstaltung: LDK Sachsen Januar 2014
Ursprungsantrag: Teilhabe für alle: Sozialpolitik in Vielfalt
AntragsstellerIn: Anne Lehmann (KV Dresden)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 15.01.2014, 10:54 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 1890 bis 1907
SuchtkrankenhilfeDrogen und Prävention stärken
Im Bereich der ambulanten Suchtkrankenhilfe wird ständig gekürzt. Ein Fachkraftschlüssel, der Fachempfehlungen entspricht, ist immer noch nicht erreicht. Diese Einsparungen bei der Suchtprävention ziehen erhebliche Folgekosten für das Gesundheitssystem nach sich. Nicht zuletzt die ansteigenden Zahlen von Delikten im Zusammenhang mit Betäubungsmittelmissbrauch unterstreichen die dringende Notwendigkeit eines Landessuchthilfeplanes.–Suchthilfe

Alkohol, Zigaretten, illegale Drogen wie Crystal, Heroin, Cannabinoide oder Glücksspiel - Sucht hat viele Gesichter. Seit 2009 steigt die Zahl der Crystal-KonsumentInnen als Hilfesuchende in den Suchtberatungsstellen in Sachsen drastisch an. Betroffen sind über die Hälfte aller Suchtberatungsstellen in Sachsen. Das sächsische Suchthilfesystem ist damit überlastet. Zudem werden die bestehenden Hilfsangebote den Bedürfnissen der Crystal-KonsumentInnen nicht gerecht, da diese schwerer in der Suchtberatung zu erreichen sind als andere Abhängigkeitskranke. BÜNDNIS 90/DIE90/ DIE GRÜNEN wollen den Vielfältigen Suchtformen durch Aufklärung begegnen und in Sachsen wollen die Suchtprävention stärken und eine Suchtberatungsstruktur in Sachsen aufbauen, die mithilfe eines Landessuchthilfeplans kontinuierlich gesteuert wird. Dazu zählen auch mobile Angebote, die Aufklärung dort betreiben, wo Suchtgefahren entstehen, sowie Angebote der akzeptierenden Sozialarbeit. Im Mittelpunkt grüner Drogenpolitik steht der Gedanke der Eigenverantwortlichkeit des Handelns und der Aufklärung. Wir wollen innovative Modellprojekte zur Suchthilfe wie die kontrollierte Abgabe von Heroin an Schwerstabhängige und die kontrollierte Abgabe von Cannabinoiden prüfen und unterstützen.

Begründung

In den sächsischen Suchtberatungsstellen ist bis Oktober 2013 der Hilfebedarf von Crystal-abhängigen um weitere 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Dieser Anstieg hat negative Auswirkungen auf die Arbeit in den Sucht- und Beratungsstellen. Denn die ebenso wichtige Beratung zu anderen Süchten (wie zum Beispiel Alkohol oder Glücksspiel) kommt folglich zu kurz.
Des Weiteren ist in den Bereichen Jugendhilfe, Suchtkrankenhilfe, Schule und Jobcenter ein erhöhter Beratungsbedarf festzustellen. Vor allem in den Arbeitsfeldern der Jugendsozialarbeit stellen kognitive und psychische Langzeitfolgen von KonsumentInnen legaler und illegaler Drogen eine neue Herausforderung für Fachkräfte dar. Das Thema Crystal brennt in Sachsen und gerade die Landkreise (wie das Vogtland) stehen dabei vor Problemen. Durch Krankheit und Arbeitsunfähigkeit drohen große Belastungen für die Sozialkassen, zumal die Droge von der Grenzregion immer weiter ins Landesinnere ausstrahlt.