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Änderungsantrag D3-Ä2455-1

Veranstaltung: LDK Sachsen Januar 2014
Ursprungsantrag: Eine moderne Zuwanderungs- und Integrationspolitik
AntragsstellerInnen: Christin Melcher (KV Leipzig), Holger Haugk (KV Leipzig), Jürgen Kasek (KV Leipzig), Diana Ayeh (KV Leipzig), Petra Cagalj-Sejdi (KV Leipzig), Carolin Waegner (KV Leipzig)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 14.01.2014, 19:18 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 2455 bis 2463
GRÜNE Migrations- und IntegrationspolitikMigrationspolitik steht für den Abbau von politischer und gesellschaftlicher Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund. Diese umfassende Aufgabe prägt unser politisches Handeln. Zuwanderung ist eine Bereicherung. Menschen, die zu uns kommen – aus welchem Grund auch immer – dürfen nicht aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Der Erwerb der deutschen Sprache muss für alle ermöglicht werden. Integrationspolitik verstehen wir nicht als Anpassungszwang. Wir fördern die Entfaltung mitgebrachter Traditionen, Sprachen und Kulturen. Eine Gesellschaft in Vielfalt zeichnet sich für uns nicht
durch einseitige Integrationsforderungen, sondern der Inklusion aller an ihr teilhabenden Menschen aus.

Begründung

“Integration” hat sich in den letzten Jahren nicht nur zu einer Kampfvokal im politischen Diskurs
entwickelt, auch rein begrifflich wird sie als Prozess gedeutet, in dem etwas in ein Übergeordnetes
Ganzes eingefügt bzw. ganz/völlig integriert wird. Der Anteil Anderer, diesen Prozess zu fördern
und die Verantwortung von Gelingen von „Integration“ liegt dabei allein bei den zu integrierenden
Individuen, vielleicht noch beim Staat, aber nicht bei allen Gesellschaftsmitgliedern. Wir Grünen
plädieren schon seit Jahren auch in anderen Bereichen, statt auf einseitige Integration, auf
Inklusion zu setzen. Ausgehend von der Normalität von Unterschiedlichkeit bzw. Heterogenität in
einer Gesellschaft, bedarf es der gerechten Teilhabe aller Gesellschaftsmitglieder und beim Thema
Migrationspolitik eines Prinzips von Geben und Nehmen aller Beteiligten. „Integration“ im Sinne
einer Eingliederung bestimmter Individuen und Gruppen in ein „homogenes Ganzes“ wird in
unserem Antrag nicht gefordert. Warum benutzen wir den Begriff der „Integration“ dann
überhaupt?

Deshalb wird hiermit gefordert den Begriff „Integration“, außer bei schon bestehenden Intuitionen
wie „Integrationsbeauftragten/­beiräten/­kursen“, im migrationspolitischen Teil zu streichen und
ihn an gegebener Stelle mit „Inklusion“ zu ersetzen.

Für weitere Informationen wird hier auf einen Aufruf von 2010 ­ „Demokratie statt Integration“ ­
der in Reaktion auf die Diskussion um Thilo Sarrazins „Thesen“ entstanden ist, verwiesen.

http://demokratie­statt­integration.kritnet.org/


UnterstützerInnen

UnterstützerInnen:
Franz Kanngießer (KV Leipzig)