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Änderungsantrag D4-Ä2574-1

Veranstaltung: LDK Sachsen Januar 2014
Ursprungsantrag: GRÜNE Frauenpolitik: gleiche Anerkennung, gleiche Sicherheit, gleiche Chancen
AntragsstellerIn: LAG Geschlechterpolitik
Status: Eingereicht
Eingereicht: 15.01.2014, 14:28 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 2575 bis 2609
Die geschlechtergerechte Demokratie in Sachsen verwirklichen
Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen ist BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein Grundanliegen. Konkret bedeutet dies zumeist, der Benachteiligung von Frauen entgegenzuwirken. Ein erster Schritt dazu ist die Rücknahme der Kürzungen, die die schwarz-gelbe Regierung bei Netzwerken und Beratungsangeboten für Frauen und Mädchen vorgenommen hat. Die sächsischen GRÜNEN wollen die Infrastruktur für Frauen- und Mädchenarbeit erhalten und ausbauen.
Wir wollen eine geschlechtergerechte Besetzung der öffentlich-rechtlichen Landesgremien und der Aufsichts- und Beiräte bei den im Landesbesitz befindlichen Unternehmen erreichen. Deshalb wollen wir eine Frauenquote von 40 Prozent verbindlich machen. Das langfristige Ziel sind 50 Prozent Frauen in Leitungsfunktionen. Im öffentlichen Dienst muss die Verbesserung der beruflichen Chancen von Frauen aktiv gefördert werden. Die Bedürfnisse von Frauen sind bei der Nachwuchsförderung, bei der Planung von Weiterbildungsmaßnahmen und bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen besonders zu berücksichtigen.
Wir setzen uns für eine umfassende Verbreitung einer geschlechtergerechten Sprache ein und wollen entsprechende verbindliche Standards für den Verwaltungsschriftverkehr und alle Publikationen und Mitteilungen des Freistaates festlegen.

Die Wirtschaft wird weiblich
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen setzen sich dafür ein, dass Männer und Frauen gleich bezahlt werden. Lohneinbußen sind häufig durch Kindererziehungszeiten bedingt. Deswegen ist eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein strategisch wichtiges Ziel. Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, Arbeitsplatzteilung Betriebskindergärten und anderen familienfreundlichen, die Gleichberechtigung voranbringende Maßnahmen sollen besonders gefördert werden. Frauen und Männer, die nach Auszeiten wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, sollen durch Beratung und Weiterbildung unterstützt werden. Die Weichen für berufliche Laufbahnen werden durch die Wahl der Ausbildung oder des Studienfachs gestellt. Mädchen entscheiden sich häufiger für Dienstleistungsberufe mit geringeren Aufstiegs- und Karrierechancen, obwohl ihnen mit besseren Schulabschlüssen alle Wege
offen stehen. Erziehung und Bildung in Kindertagesstätten und in Schulen haben großen Einfluss auf geschlechtsspezifische Rollenmuster. Wir wollen Rollenklischees aufbrechen und Jungen und Mädchen das ganze Spektrum an möglichen Berufen und Wissenschaften
nahebringen. Wir wollen einen Girls- und Boys-Day für alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse, um früh und kontinuierlich für vielfältige Berufswahlmöglichkeiten zu werben. Die Beratung zur Profilwahl in den 7. Klassen soll geschlechtersensibel gestaltet werden. Programme zur Berufswahl in den mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Fachrichtungen für Mädchen wollen wir stärken. Frauen sind gute Unternehmerinnen, sie scheitern seltener bei Existenzgründungen als Männer. Trotzdem wagen immer noch relativ wenige Frauen den Schritt in die Eigenständigkeit. Deshalb ist mehr Unterstützung bei Existenzgründungen nötig. Wir wollen die Rahmenbedingungen, Verfahren und Förderinstrumente so gestalten, dass sie auch für den vor allem von Frauen bevorzugten
Dienstleistungsbereich attraktiv sind. Gleichstellungsmaßnahmen nicht nur zu fördern, sondern auch öffentlich zu machen hat positive Auswirkungen auf die Zahl weiblicher Existenzgründungen und trägt dazu bei, ein aktives GründerInnengeschehen in Sachsen langfristig zu sichern.

Begründung

Damit wird der Abschnitt „Die geschlechtergerechte Demokratie in Sachsen verwirklichen“ an den Anfang des Kapitels gestellt. Hierin geht es um viele Anliegen, die in den unmittelbaren Bereich von Regierung oder Verwaltungs fallen, auch hier wiederum zugunsten einer Reihenfolge vom Allgemeinen zum Speziellen.