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Änderungsantrag F2-Ä3735-1

Veranstaltung: LDK Sachsen Januar 2014
Ursprungsantrag: Hochschulen stärken und Potentiale der Wissenschaft nutzen
AntragsstellerInnen: LAG Bildung, LAG Hochschule und Wissenschaft
Status: Eingereicht
Eingereicht: 15.01.2014, 16:30 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 3721 bis 3761
Fair statt prekär – Wissenschaft als Beruf chancengerecht gestalten
Viele Beschäftigungsverhältnisse an den sächsischen Hochschulen sind prekär, weil sie kurz befristet und schlecht bezahlt sind. Insbesondere Hilfskräfte und Lehrbeauftragte arbeiten unter ungeregelten Bedingungen, unterbezahlt und ohne Vertretung ihrer Interessen. In der Regel arbeiten wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Teilzeitbeschäftigte auf befristeten Stellen. Dieser Umstand macht den Wissenschaftsbetrieb für viele hoch qualifizierte AbsolventInnen unattraktiv. Wir wollen nach dem Prinzip "Dauerstellen für Daueraufgaben" schrittweise wieder einen echten "Mittelbau" mit Perspektiven auf eine unbefristete wissenschaftliche Beschäftigung jenseits der Professur schaffen und Personalvertretungen für studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte sowie Lehrbeauftragte einrichten.
Wir
Die Länge befristeter Anstellungen in Drittmittelprojekten soll sich an der Projektlänge orientieren. Befristungen von wenigen Wochen und Monaten dürfen nur als begründungspflichtige Ausnahme (z.B. Schwangerschaftsvertretung) zulässig sein. Wir wollen auch dafür sorgen, dass ein Drittel der neu zu besetzenden Professuren über Juniorprofessuren berufen werden. Dabei wollen wir durchsetzen, dass die Juniorprofessur nach sechs Jahren bei Evaluierung und Einhaltung vorher vereinbarter Zielstellungen zur ordentlichen Professur führt.
Sächsische Hochschulen können familienfreundliche Arbeitgeber werden. Wir wollen hochschulnahe Kindertagesstätten und Doppelkarrieren unterstützen. Familiäre Verpflichtungen dürfen nicht mehr zu Erschwernissen in der beruflichen Fortentwicklung führen. Wir wollen den Hochschulen zugleich mehr Freiheit beim Personaleinsatz geben. Die Regelung der Dienstaufgaben und der Nebentätigkeiten soll künftig in der Hochschule erfolgen. Anstelle der bisherigen Rechtsverordnung soll die Lehre über Vereinbarungen von Hochschulen und Fakultäten geregelt werden. Wir wollen in Anlehnung an den international verbreiteten Lecturer eine unbefristete Beschäftigungskategorie mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Lehre einführen sowie Professuren mit Schwerpunkt in Forschung oder Lehre bei gleicher Besoldung ermöglichen.
Die Berufung von Professorinnen und Professoren wollen wir transparenter gestalten, indem wir Berufungsprüfungs-Kommissionen einführen. Wir werden uns für die Aufhebung der Tarifsperre im Wissenschaftsbereich einsetzen und in einem Wissenschaftstarifvertrag verbindliche Regelungen und Mindestvergütungen auch für wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte, Lehrbeauftragte und PrivatdozentInnen festschreiben. Darin sollen verbindliche Regelungen zu Aufgabenfeld, Vergütung und Urlaub von studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräften festlegt werden.

Begründung

Die Befristung unterhalb der Projektlänge ohne sachliche Gründe ist mittlerweile
Teil der Hochschulrealität. Der Grundsatz einer Befristung entsprechend der Projektlaufzeit soll dies verhindern. Ausnahmen wie Schwangerschaftsvertretungen sollen dadurch nicht ausgeschlossen werden.