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Änderungsantrag F4-Ä4013-1

Veranstaltung: LDK Sachsen Januar 2014
Ursprungsantrag: Sachsen wächst mit Kultur
AntragsstellerIn: Jürgen Kasek (KV Leipzig)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 07.01.2014, 15:08 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 4011 bis 4027
Kultur in Vielfalt und Freiheit
Die Gleichwertigkeit von traditionellen und modernen künstlerischen Ausdrucksformen, die Gleichberechtigung von sogenannter Hochkulturinstitutionalisierter Kultur und der sich immer wieder neu erfindenden Breitenkulturfreien Kultur ist für uns selbstverständlich. Wir achten deshalb darauf, dass Bildende und Darstellende Kunst, Soziokultur, Musik, Literatur und Film jeweils in Formen gefördert werden, die der jeweiligen Sparte angemessenen sind – von Ausstellungshonoraren und Katalogförderung über Stipendien bis zu Lesereihen und Musikfestivals. Die entsprechenden Landeskulturverbände sollen in den Fachbeiräten der Kulturstiftung eine ständige Stimme erhalten.
Besonderes Augenmerk legen wir auf die freie Szene. In der freien Theater- und Tanzszene wird Kreativität in besonderem Maße gelebt. Wir wollen in Zusammenarbeit mit den Kommunen den Mangel an Proberäumen und Spielstätten abbauen und Gastspiele unterstützen. Durch ein Förderprogramm soll es jungen Bands möglich werden, sich unabhängig von großen Plattenfirmen zu entwickeln.

Begründung

Das Wort Hochkultur suggeriert eine bestimmte Wertigkeit der instituionalisierten Kultur.
"Hochkultur ist die institutionalisierte Kultur, welche sich als ethisches und sittliches Korrektiv zu einer Gesellschaft verhält, zugleich aber auch der enthobene Hochgenuss der Kultur ist, die höher wertige Kultur, welche als etablierte Kultur sich ästhetisch über der Alltagskultur begründet und zugleich Elite der Kultur sein will." vgl. Wolfram Pfreundschuh aus Kulturkritisches Lexikon.
Die Kriterien zur Beurteilung einer Hochkultur ist der Geschmack einer gesellschaftlichen Elite, die denkt und glaubt beurteilen zu können was höherwertige Kultur ist (vgl. dazu etwa Karin Aldinger in "Populäre Kultur und Religion). Der Begriff ist daher inzwischen in der Kulturwissenschaft umstritten, so das empfohlen wird ihn nicht anzuwenden, zumal er mit den Begriff es elitären operiert.
Bei der Breitenkultur handelt es sich hingegen um einen Begriff der künstlerisch- lrekative Aktivitäten in der Freizeitgestaltung beschreibt. In Deutschland findet die sogenannte Breitenkultur vor allen Dingen in Vereinen statt (vgl. Dieter Hornung in Breitenkultur statt Laienkultur).
"Breitenkultur steht in Kontrast zu Spitzenkultur. In diesem Sinne trifft der Begriff durchaus DDR-spezifische und daraus nach der Wiedervereinigung hervorgegangene kulturelle Angebote und Tätigkeiten umfänglicher und genauer als der Terminus Soziokultur.", aus Politik und Zeitgeschichte 2001, Horst Groschopp, Breitenkultur in Ostdeutschland.
Ich bezweile, dass vorliegend mit dem Wort Breitenkultur die Verengung auf Freizeitaktivitäten gemeint ist, wie sie dem Wortsinn und der Herleitung entsprechen.
Daher wird vorgeschlagen, diesen Begriff entweder durch das Wort freie Kultur oder durch das ebenfalls umstrittene Wort Populärlultur zu ersetzen um die thematische Breite anders darzustellen.