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Änderungsantrag F4-Ä4190-1

Veranstaltung: LDK Sachsen Januar 2014
Ursprungsantrag: Sachsen wächst mit Kultur
AntragsstellerInnen: Ulrike Bürgel (KV Dresden), Victor Vincze (KV Dresden)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 14.01.2014, 17:37 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 4160 bis 4189
Denkmalschutz und Denkmalpflege
Sachsens Denkmallandschaft ist vielfältig. Denkmale sind unser gebautes kulturelles Gedächtnis. Nach innen stiften sie Identität, nach außen üben sie eine starke Anziehungskraft auf Touristen aus. Darüber hinaus sind sie ein Wirtschaftsfaktor. Denkmalpflege bedeutet zudem nachhaltiges Bauen, auch weil Ressourcen geschont und keine neuen Flächen versiegelt werden.
Dennoch kommt es stetig zu weiteren Verlusten an Denkmalen, insbesondere ländliche Bauten oder technische Denkmale befinden sich in einem bedrohlichen Zustand. Umnutzung und Weiternutzung können helfen, das Risiko eines Denkmalverlusts durch Leerstand zu minimieren. Es wird zukünftig darauf ankommen, Denkmalpflege als Querschnittsaufgabe zu verstehen – vom Finden geeigneter Nutzungen über Betreiber- und Bauherrenmodelle bis hin zur fachlichen und praktischen Betreuung der notwendigen Arbeiten. Dazu sind auch die Strukturen der öffentlichen Denkmalpflege in ihrer Leistungsfähigkeit zu erhalten und zu stärken. Denkmalschutz und Denkmalpflege dürfen sich nicht auf die Erhaltung einzelner herausragender, künstlerisch und ästhetisch überzeugender Bauten oder Gegenstände beschränken. Unseren Schutz benötigen gerade die vielen kleineren Denkmale, die in ihrer Summe die geschichtliche Entwicklung Sachsens nachvollziehbar und erlebbar machen.
Die Kategorisierung von Denkmalen „zweiter Klasse“ mit einem verringerten Schutzstatus lehnen wir ab. Es ist wichtig, dass in der Denkmalpflege nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch die Substanz der Denkmale geschützt wird. Wir wollen eine leistungsfähige Fachbehörde für den Denkmalschutz schaffen, indem wir die Landesämter für Archäologie und für Denkmalpflege zusammenführen und dem Geschäftsbereich des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst zuordnen, die auch als Dienstleister agiert.
Wir setzen uns dafür ein, dass Denkmalschutz und Barrierefreiheit zusammen gedacht und nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir wollen, dass Denkmäler und Gedenkorte für alle Menschen zugänglich gemacht werden, damit ein Lernen und eine Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen unabhängig vom Sein möglich wird.

Begründung

Denkmalschutz und Barrierefreiheit werden viel zu oft gegeneinander ausgespielt. Deshalb ist es notwendig, dass wir hier eine klare Position beziehen, die eine Zugänglichkeit für alle in den Fokus nimmt.