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C3neu: Respektvoller Umgang mit dem Leben der Tiere

Veranstaltung: LDK Sachsen Januar 2014
AntragsstellerIn: Landesvorstand BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen
Status: Eingereicht
Eingereicht: 21.01.2014, 18:52 Uhr
Ersetzt diesen Antrag: C3 - Respektvoller Umgang mit dem Leben der Tiere

Antragstext

1351Wir treten für einen respektvollen und ethisch verantwortbaren Umgang
1352mit Tieren als unseren Mitgeschöpfen ein. Wir wollen die Achtung der
1353Rechte von Tieren – seien es Versuchstiere, Zirkustiere, Zootiere,
1354Haustiere, Heimtiere, Wildtiere – in angemessener Weise durchsetzen.
1355Die Arbeit der Tierheime, Tierauffangstationen und Gnadenhöfe wollen
1356wir stabil unterstützen. Wir sprechen uns für eine solidarische
1357Finanzierung der Tierheime über die Kommunen bzw. Landkreise aus.
1358Wir unterstützen alle Maßnahmen, die Zirkusbetriebe darauf
1359orientieren, nicht mehr mit Wildtieren zu arbeiten. Moderner Zirkus
1360ist auch ohne Wildtiere in der Manege attraktiv.
1361Wir streben eine tierversuchsfreie Lehre und Forschung und den
1362möglichst vollständigen Ersatz der Tierversuche durch alternative
1363Versuchsanordnungen an.
1364Jagd
1365Grüne Jagdpolitik zielt auf die nachhaltige Hege und Pflege des Waldes
1366und der darin wild lebenden Tiere ab. Alle einheimischen Wildtierarten
1367wollen wir in geeigneten Lebensräumen erhalten bzw. ihre
1368Wiederansiedlung fördern. Deshalb ist konsequente Bestandsregulierung
1369des Schalen- und des Schwarzwilds ebenso Bestandteil GRÜNER
1370Jagdpolitik wie Schonzeiten und der Schutz von bedrohten Tierarten,
1371die nicht bejagt werden dürfen. Die Liste der jagdbaren Tierarten im
1372Jagdgesetz wollen wir entsprechend eng begrenzen. Alle dann nicht mehr
1373gelisteten Tierarten sollten ausschließlich dem Naturschutzgesetz
1374unterliegen. Wir lehnen die jagdrechtliche Einordnung des Wolfes
1375grundsätzlich ab. Der Wolf gehörte lange Zeit zu den in Sachsen
1376heimischen Tieren, wanderte selbstständig wieder in seine
1377ursprüngliche Heimat ein und bedarf des besonderen Schutzes.
1378Die systematische Beobachtung der Wildbestände wollen wir
1379vorantreiben. Zudem wollen wir die vollständige Umstellung auf
1380bleifreie Munition für die Jagd und die Abkehr von der Trophäenjagd
1381erreichen. Wir wollen eine praxisorientiertere und professionellere
1382Jagdausbildung ermöglichen. Neben einer wildbiologischen
1383Fachausbildung muss die Waffenhandhabung Hauptmerkmal jeder
1384Jagdausbildung werden.
1385Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände
1386Wir wollen auch in Sachsen das Verbandsklagerecht für
1387Tierschutzverbände einführen. Tierschutz ist grundgesetzlich
1388garantiertes Staatsziel. Die tierschutzrechtliche Verbandsklage ist
1389für uns GRÜNE das effektivste Mittel zur Verwirklichung dieses
1390Staatsziels . Sie stellt sicher, dass Planfeststellungen und
1391Genehmigungen auf den Prüfstand unabhängiger Gerichte gestellt werden
1392können, wenn die Verletzung tierschutzrechtlicher Vorschriften zu
1393befürchten ist. Sie bewirkt außerdem, dass Entscheidungen der
1394Veterinärbehörden über ihr Einschreiten nicht nur aus der Sicht der
1395Tierhalter und –nutzer, sondern auch aus der Sicht der Belange des
1396Tierschutzes gerichtlich überprüfbar werden.

Änderungsanträge